Algorithmenbasierte Entscheidungen wirken mehr und mehr auf das tägliche Leben ein. Ob wir einen Flug buchen, uns auf eine Stelle bewerben, einen Kredit beantragen oder auf einer Internetplattform den Lebenspartner suchen – oft ist nicht einmal ersichtlich, dass auf der anderen Seite eine Maschine den Preis setzt, die Bewerbervorauswahl trifft, die Bonität schätzt und den Partner sucht. Onlinehändler versuchen durch eine algorithmenbasierte individualisierende Preissetzung die maximale Zahlungsbereitschaft ihrer Kunden abzuschöpfen. In manchen Ländern vertrauen Strafgerichte bei der Einschätzung der Rückfallneigung von Straftätern auf eine Software. Die Beispiele machen deutlich, dass der Einsatz von Algorithmen vielfältige Fragen aufwirft, die teils rechtlicher Natur sind, aber auch Bezüge zu Ethik, Ökonomie und Technik haben.
Über diese Fragen diskutieren Experten der Universität Bonn am 7. und 8. September in der Online-Konferenz “Regulierung für Algorithmen”. Unter anderem sprechen der geschäftsführender Direktor des Instituts für Handels- und Wirtschaftsrecht der Universität Bonn Prof. Daniel Zimmer, der Philosoph Prof. Markus Gabriel, der Direktor des Duesseldorf Institute for Competition Economics (DICE) Prof. Justus Haucap und der Bundesbeauftragte für den Datenschutz und die Informationsfreiheit Prof. Ulrich Kelber. Es handelt sich um eine Auftaktveranstaltung zu disziplinübergreifenden Bonner Initiativen im Bereich Digitalisierung, Recht und Ökonomik. Die Veranstaltung ist eine Kooperation des Exzellenzclusters ECONtribute sowie der Transdisciplinary Research Area “Individuals, Institutions and Societies” (TRA 4).



